Bis 2025 soll in Stade in der Metropolregion Hamburg ein zukunftsweisendes Energiekonzept entstehen – der Hanseatic Energy Hub.

Das geplante Terminal für den Import von verflüssigtem Erdgas (LNG) wird in den vorhandenen Industriepark integriert. Auch andere Energieträger stehen hier zur Verfügung. So bildet das Terminal einen Baustein für die Energien der Zukunft wie Wasserstoff und Bio-LNG. Der Hanseatic Energy Hub leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Energie- und Mobilitätswende.

Das Zero-Emission-Terminal in Stade setzt die Benchmark für Nachhaltigkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.

Konzept des Hanseatic Energy Hub

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Hafenanlage

Zum Import von LNG sehen die Planungen die Erweiterung des bestehenden Seehafens in Stade vor.

Der Hafen liegt im Hinblick auf die Lage von Hamburg, Elbe und Nord-Ostsee-Kanal strategisch sehr verkehrsgünstig und ist für die größten LNG-Tankschiffe mit einer Länge von 345 m befahrbar.

Kleinere Tanker können LNG aufnehmen, um entweder andere Häfen der Binnenschifffahrt zu beliefern oder Schiffe in Hamburg, auf der Elbe und im Nord-Ostsee-Kanal unmittelbar mit LNG als Treibstoff („Bunkering“) zu versorgen. LNG ist als Kraftstoff für Schiffe deutlich umweltfreundlicher als das herkömmliche Schweröl.

Der Hafen kann auch von Unternehmen wie Dow für Rohstoffe und Produkte genutzt werden.

02

LNG-Terminal

Dank der Synergien mit dem ortsansässigen Chemieunternehmen Dow ist ein Zero-Emission-Terminal möglich.

Es ist geplant, für die Regasifizierung des LNG die industrielle Abwärme von Dow zu nutzen. So werden bei diesem Prozess CO2-Emissionen vermieden. Sogenannte Boil-Off-Gase, die in LNG-Anlagen unvermeidlich entstehen, können vor Ort direkt als Brennstoff eingesetzt werden. Die bei der Verflüssigung von Erdgas im LNG gespeicherte Kälte wird in die Kühlkreisläufe von Dow eingespeist. Diese Synergien mit dem Industriepark ermöglichen ein Zero-Emission-Terminal. Dadurch wird auch der ökologische Fußabdruck des Standortes wesentlich verbessert.

Das Terminal soll aus zwei großen Lagertanks mit einem Fassungsvermögen von je 240.000 m3 und einer Verdampfungsanlage bestehen, in der das flüssige und tiefkalte LNG wieder regasifiziert wird. In der ersten Ausbaustufe können so rund 12 BCM (Milliarden m3) Erdgas pro Jahr umgeschlagen werden – rund 15 Prozent des deutschen Jahresbedarfs.1

Das Tank- und Anlagenkonzept garantiert ein höchstes Maß an Sicherheit.

1 Quelle: AGEB Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2018, S.17.

03

Industriepark

Integriert in den Industriepark Stade, wird das LNG-Terminal zu einem Baustein für die Energien der Zukunft.

Im Industriepark stehen auch andere Energieträger zur Verfügung. Schon heute wird hier, bisher als Beiprodukt, in erheblichem Umfang Wasserstoff erzeugt. Ebenfalls in dem Industriepark befindet sich eines der größten Umspannwerke in Deutschland, das in erheblichem Umfang Strom aus den Offshore-Windparks in der Nordsee verteilt. Stade ist damit ein idealer Standort für die Energien der Zukunft – vor allem für Wasserstoff und Bio-LNG. Diese können hier erzeugt oder importiert und weiterverarbeitet werden.

Auf diese Weise entsteht in Stade ein energetischer und logistischer Knotenpunkt für die Energien der Zukunft. Der hohe Energieverbrauch im Industriepark kann durch vor Ort erzeugte Energie gedeckt werden. Importiertes LNG oder am Standort produziertes Bio-LNG oder auch Wasserstoff können per Schiff, Bahn oder Lkw verteilt werden. So können auch Regionen versorgt werden, die nicht an das Gasleitungsnetz angeschlossen sind.

Zeitplan

2017

Frühe Entwicklungsphase

  • Aufbau des Projektteams
  • Standortauswahl, Größe und Design des LNG-Importterminals

2018

Planung

  • Designkonzept
  • Hafenkonzept
  • Simulationen
  • Regulatorische Fragen
  • Vorbereitung des Genehmigungsverfahrens

2019–2021

Genehmigung

  • Durchführung des Genehmigungsverfahrens
  • Ausschreibung und Abschluss von Verträgen mit Generalplanern, Anlagenbauern und anderen notwendigen Vertragspartnern
  • Finanzierungsarrangement

2022–2024

Bau

  • Erweiterung des Seehafens und Bau des LNG-Terminals

2025

Betrieb

  • Inbetriebnahme des LNG-Terminals