HEH – Portrait: „Pionier-Projekte in der Energiewende reizen mich“
Oliver, was genau ist Deine Aufgabe als Balance of Plant Manager?
Meine Hauptaufgabe ist es, alle Schnittstellen zu koordinieren, die über das eigentliche Terminalgrundstück hinausgehen. Das klingt erstmal abstrakt, ist aber ein sehr vielfältiges und spannendes Aufgabengebiet: Ich bin verantwortlich für die Koordination der Strom- und Gasnetzanbindung, die Abstimmung mit unserem Partner Dow – etwa beim Feuerlöschsystem oder der Nutzung von Abwärme über den Kühlwasserkanal – und viele weitere Schnittstellen. Meine Aufgabe ist es, die richtigen Leute zusammenzubringen, zum Beispiel unser Engineering-Team, externe Partner wie Avacon oder Gasunie und unseren Generalunternehmer. Ich sitze oft zwischen den verschiedenen Welten und übersetze, vermittle und schaffe ein gemeinsames Verständnis.
Wie bist Du zu diesem Job gekommen?
Mein Werdegang ist alles andere als gradlinig. Ich habe eine Ausbildung zum Schiffsmechaniker gemacht und dann Schiffsbetrieb in Flensburg studiert – eine Kombination aus Technik und Nautik. Das hat mir ein unglaublich breites Basiswissen gegeben, von Dampfsystemen über Elektrotechnik bis hin zu Kläranlagen. Ich sage immer mit einem Augenzwinkern: Ich kann alles, nur nichts richtig. Aber genau diese Vielseitigkeit hilft mir heute enorm, gerade wenn es darum geht, die richtigen Fragen zu stellen. Nach der Seefahrt bin ich in die Offshore-Windenergie unter anderem zur EnBW gewechselt, war später bei der ARAL-Pulse, wo ich Ladeinfrastruktur projektiert habe. Mich haben schon immer Pionier-Projekte in der Energiewende gereizt und HEH ist genau das.
Was schätzt Du an Deinem Job am meisten?
Dass ich bei einem echten Leuchtturmprojekt dabei sein kann. Landbasierte LNG-Terminals gibt es in Deutschland bisher nicht – eine „once in a lifetime“-Chance. Was mich besonders reizt: Wir bauen hier Infrastruktur, die sich in Zukunft für die Nutzung mit erneuerbaren Energien weiterentwickeln lässt. Diese Perspektive mitgestalten zu können, das finde ich spannend. Die Vielfalt der Aufgaben macht jeden Tag anders, und ich arbeite mit Experten aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammen.
Wie entspannst Du nach der Arbeit?
Am Wochenende verbringe ich Zeit mit meiner Familie in Hamburg – das ist mein Ausgleich. Unter der Woche bin ich voll im Projekt, aber genau diese Intensität macht mir auch Spaß.
Oliver Pippow studierte Schiffsbetrieb an der Hochschule Flensburg und bringt vielfältige Erfahrung aus der Seefahrt, Offshore-Windenergie und E-Mobilität mit. Er lebt mit seiner Familie in Hamburg und arbeitet seit 2024 bei Hanseatic Energy Hub.
