Kennzahlen

-0 °C

Die Abkürzung LNG steht für Liquefied Natural Gas und bezeichnet Flüssigerdgas. Das natürliche Erdgas, das mit -162 °C verflüssigt wird, nimmt nur 1/600 seines gasförmigen Volumens ein. Dadurch lässt es sich leicht transportieren und speichern.

grafik lng volumen
10 %

des aktuellen deutschen Gasbedarfes könnten allein durch das LNG-Importterminal in Stade abgedeckt werden.

160000
haus grafik

Haushalte lassen sich durch eine Schiffsladung LNG ein Jahr lang mit Gas versorgen.

Argumente für LNG

Energiemix in Deutschland
Kernkraft
6,1 %
Braunkohle
11,0 %
Steinkohle
11,0 %
Erdgas
23,7 %
Mineralöl
34,6 %
Erneuerbare Energien
13,2 %
Sonstige
0,4 %
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB),
Stand August 2018, Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Staat)

2022
geht in Deutschland das letzte Kernkraftwerk vom Netz. Zurzeit beträgt der Anteil der Kernkraft an der deutschen Stromproduktion rund 6,1 Prozent.

2022
endet die niederländische Erdgasförderung. Deutschland bezieht aktuell ein Viertel seines Gases aus den Niederlanden.

2038
plant die Bundesregierung den Kohleausstieg.

In Deutschland entsteht damit in der Energieproduktion eine Versorgungslücke

Um diese Versorgungslücke zu schließen, wird Erdgas als unmittelbar verfügbare Alternative eine Schlüsselrolle spielen. Durch die zu erwartende wachsende Nachfrage kann leitungsunabhängiges LNG einen entscheidenden Beitrag für eine sichere und nachhaltige Erdgasversorgung leisten. Im Energiemix der Zukunft hat regasifiziertes LNG hohes Potenzial.

Diese Versorgungslücke im deutschen Energiemix soll mittelfristig durch erneuerbare Energien geschlossen werden. Die notwendige Speichertechnologie ist allerdings noch nicht marktreif. Die Speicherung ist jedoch notwendig, um die Diskrepanz zwischen Produktion und Verbrauch auszugleichen.

Bis dahin bietet sich Erdgas als Brückentechnologie an, da es eine hohe Energiedichte besitzt und im Vergleich zu anderen Energieträgern weniger Schadstoffe und CO2 bei der Verbrennung produziert.

LNG dient als Energieträger für Kraftwerke, Industrie, Stadtwerke, Kommunen und Haushalte. Der Fokus bei der LNG-Verwendung liegt also in der Bereitstellung als Erdgas für deutsche Verbraucher. In unmittelbarer Entfernung des Hanseatic Energy Hub befindet sich ein Einspeisepunkt in das gesamtdeutsche Gasnetz.

Im Gegensatz zu Pipeline-Gas kann ein LNG-Importterminal seine Lieferanten und die Art der Gasförderung frei wählen.

Mehr Lieferanten sorgen für einen größeren Wettbewerb und stabile Preise.

Die Flexibilität eines LNG-Importterminals wirkt sich positiv auf die Versorgungssicherheit aus.

-100 %
Schwefeloxide

-95 %
Feinstaub

-85 %
Stickoxide

-20 %
Kohlendioxid

Quelle: © 2018 Deutscher Bundestag WD 8 - 3000 - 032/18, Maßnahmen zur Minderung von Emissionen in der Schifffahrt. Alternative Kraftstoffe und Antriebe

Gemäß der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation IMO muss die maritime Industrie bis 2050 ihren CO2-Ausstoß um 50 Prozent reduzieren. LNG kann hier als alternativer Treibstoff einen wichtigen Beitrag leisten. Schwefeloxide können durch den Einsatz von LNG um bis zu 100 Prozent, Feinstaub um bis zu 95 Prozent, Stickoxide um bis zu 85 Prozent und Kohlendioxid um bis zu 20 Prozent im Vergleich zur Verbrennung von Diesel oder Schweröl reduziert werden.

Durch die geografische Lage des Terminals können Bunkerschiffe in Stade betankt werden, die dann LNG-betriebene Schiffe im nahegelegenen Hafen Hamburg sowie in weiteren Häfen entlang der Elbe und des Nord-Ostsee-Kanals versorgen.

Der Straßenverkehr kann von hier aus mit LNG versorgt werden. Spezielle Lkw können bereits LNG als Treibstoff nutzen und hier tanken, darunter auch einige der 30.000 Lkw, die jährlich das Stader Industriegelände anfahren.

Da der Standort an das Schienennetz angeschlossen ist, kann auch die Umstellung des Verkehrsträgers Bahn auf die Kraftstoffalternative unterstützt werden. Es gab bereits erste Testversuche mit erdgasbetriebenen Lokomotiven.